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Der Heureka Outperformance Fonds verlor im November zum Vormonat -3,5 %.

Der DAX verlor im Dezember -2,1%. Viele Indizes bewegten sich im Monat unter deutlichen Schwankungen seitwärts.  

Warum dieser starke Pessimismus seit einigen Wochen? Wie ist das zu deuten? In den USA sind es die Befürchtungen, dass die Zinskurve bald invers wird, also dass kurzfristige Zinsen höher als langfristige werden. So etwas gilt als Vorbote einer Rezession und von Aktienkursrückgängen. Tatsächlich ist die Zinskurve aber noch gar nicht invers (2 jährige versus 10 jährige US Staatsanleihen) und seit dem zweiten Weltkrieg erreichte der S&P500 Index ein mehrjähriges Hoch durchschnittlich 8 Monate später. Nur in einem einzigen Fall begann der Kursverfall ein Monat vorher. Es ist auch noch nicht entschieden, ob die Zinskurve invers werden wird. Jüngste Kommentare der US Notenbank deuten darauf hin, dass es in 2019 keine weiteren Zinserhöhungen geben könnte. Das erinnert an die Situation 1987, als es zu starken Aktiengewinnen ab Jahresbeginn kam, dann zu einem überraschenden Aktiencrash im Oktober. Die US-Notenbank stoppte die Zinserhöhungen plötzlich und innerhalb von sechs Monaten hatten sich die Aktienkurse wieder deutlich erholt und stiegen weiter bis 1990, zum 1. Irak-Krieg. In Europa stehen kritische Entscheidungen mit der Brexit-Abstimmung und Verabschiedung des italienischen Budgets bevor. Beides sorgt derzeit für Unsicherheit. Der einseitig pessimistischer Blick auf den Ausgang dieser Ereignisse überwiegt aktuell. 

Deutliche Verlierer im Heureka Portfolio waren Finanztitel wie Commerzbank, Aegon und Wüstenrot, einzelne Technologietitel wie Rocket Internet und der Minentitel Glencore. Auch argentinische Staatsanleihen kamen ebenfalls deutlich unter Druck, obwohl die Regierung sich strikt an Budgetdisziplin hält.

Wie fast immer nach Wochen deutlich gefallener Kurs ist die Stimmung schlecht und der Ausblick nicht einfach. Sollten die Pessimisten recht behalten und tatsächlich eine Rezession im nächsten Jahr bevorstehen, hätten das die Aktienmärkte ungewöhnlich früh vorweggenommen. Demgegenüber stehen jüngste Stimmen, wie eines Citibank Analysten, der die US Aktienmärkte nach der jüngsten Korrektur in einem Jahr mit 90% Wahrscheinlichkeit höher sieht. Derzeit erscheint es sinnvoll, weder in das eine noch in das andere Extrem zu verfallen und besondere Chancen zu nutzen.

Der Dezember liegt vor uns. Meist läuft der Dezember gut, falls das Gesamtjahr bis dahin deutlich positiv war, wie heuer an den meisten Börsen.

Herbert Autengruber